drucken drucken

We Are Family!

Namaste, Ihr Lieben,

seit ein paar Tagen bin ich zurück aus Nepal. Und noch immer bin ich hier in München nicht wirklich angekommen. mein Herz vermisst die neue Familie, die sich überraschenderweise nahe Kathmandu für mich gebildet hat. Wie viele von Euch wissen bin ich für vier Wochen dorthin gefahren, um in einem Waisenhaus nahe Bhaktapur, einer Nachbarstadt von Kathmandu, meinen Patensohn Suresh kennenzulernen. Seit genau zwei Jahren bezahle ich das Schulgeld für diesen siebenjährigen Jungen – so wie viele von uns Geld in Entwicklungsländer überweisen, um Kinder zu unterstützen. Nach ein paar Tagen in Kathmandu “checkte” ich im Waisenhaus ein. Es liegt in den Bergen oberhalb von Bhaktapur. Ein kleines Dorf, zwei/drei Teeläden, zwei Krämerläden, sonst nur Bauern. Am ersten Tag wartete ich mit zwei jungen Frauen, die im Waisenhaus als Praktikantinnen arbeiteten und zur selben Zeit wie ich angekommen sind, auf die Kinder, die um 16 Uhr nach der Schule zuhause eintrudelten. Der erste, der auf den Hof kam, war mein Suresh. Und in dem Moment zerriss etwas in meinem Herzen und unkontrolliert floß etwas aus ihm heraus, das ich nicht näher bezeichnen kann – bis heute nicht. Und bis heute ist dieser Strom nicht versiegt. Ist es Liebe? Ich hoffe es, denn es ist einfach nur grenzenlos, schön und bedingungslos.

Von heute an, sagten die beiden Waisenhauseltern bei meiner warmherzigen Begrüßung in Ihrem Haus – ich war neben dem Waisenhaus separat untergbracht – , sind wir eine Familie, und das wird sich nie wieder ändern: “We are family!” Und daran hielten und halten wir uns: die 20 Kinder im Childrenshome, die drei Hausmütter, die immer bei den Kindern sind, die Waisenhauseltern, ihre Verwandten, die mit im Nachbarhaus leben, und die Praktikantinnen, die mir im Laufe der Zeit zu Schwestern im wahrsten Wortsinn wurden. “We are family forever!”

Hierzulande wird mit Versprechen nicht so ernst umgegangen, wir verprechen einander Dinge, gaukeln einander Kontakt vor, sind nett zueinander – um plötzlich jegliche sich anbahnende Beziehung ohne Vorwarnung und Erklärung wieder abzubrechen. Wir sind schnelllebig geworden, suchen schnellen Kontakt ohne Tiefe und tauschen nach Belieben aus. Wir wählen per Mausklick. In diesem Sinne, lieber Otto, können wir uns alle ein Beispiel an meiner neuen Familie nehmen. Dort bedeutet Kontakt auch Verpflichtung für die Herzen der anderen und das Versprechen, Menschen, die man mag, nicht absichtlich zu verletzen.

Nächstes Jahr komme ich wieder, denn ich habe jetzt eine zweite Familie, weit weg, am Fuße des Himalaya!

 


 

Nächste Termine



Dieser Banner mit den aktuellen Terminen kann auf anderen Webseiten eingebunden werden (Größe und Farben sind anpassbar). Bitte melden bei Interesse.

Archive

realisiert von Jan