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Die Welt des Redens hat mich wieder! Und am Marmeladenrezept bin ich immer noch dran!

Hallo Ihr Lieben,

ich bin wieder zurück aus der Stille in Niederbayern. Die Welt hat sich weiter gedreht und ich hab drei Wochen lang nichts davon mitbekommen. Keine Nachrichten, keine Wettervorhersage, keine Musik – nur Töne und Klänge der Natur -, keine Tragödien, die diese Welt so schrecklich gebeutelt haben. Nur die selbstgemachten inneren Herzenstragödien und Herzensfreuden, die sich allesamt als recht fragilie Gebilde herausgestellt haben, auch wenn sie doch so schmerzhaft oder schön und solide anfangs erschienen. Nun denn, in so einem Retreat muss man sich auch mit ganz Banalem herum schlagen – und darf seine Meinung dazu nicht äussern, was recht spannend im Inneren wiederum sein kann. So fand ich das vielgerühmte Essen z. B. ganz schrecklich, jedenfalls streckenweise. Sorry, Ihr lieben Küchenfeen in Engl. Ich weiß Euer Bemühen sehr zu schätzen und keine Frage, die Achtsamkeit und vor allem die Liebe zu uns Praktizierenden war schon zu spüren im täglichen Einerlei, aber verkocht war das Essen leider meist doch. Dass mir der morgentliche Brei schon nach drei Tagen zu den Ohren rauskam, dafür könnt Ihr aber nun wirklich rein gar nichts. Ich hab mir, damit ich ihn überhaupt runter bekam, Unmengen von Zimt und Zucker drauf gehauen, dass ich schon nach einer Stunde wieder dermaßen Kohldampf hatte, dass ich mir vorkam wie ne hohle Tonne. Zucker macht ja irgendwas im Körper, dass man so einen Hunger bekommt, das alles zu spät ist. Ich musste dann in der Meditationshalle stark mit meinem Schamgefühl arbeiten, weil mein Magen knurrte wie der eines ausgehungerten Grizzlybären nach einer sechs monatigen Winterszeit in den Weiten Alaskas. Falls einer der Mitmeditierenden dies nun lesen sollte: Ja, ich wars, deren Bauch tönte und gluckerte, wie ein Abflussgulli bei starkem Regen. Aber nicht immer musste ich leiden. es gab ab und zu auch mal Rührei und einmal die Woche frische Brezen. Da ich mir aber als Selbstauflage jeglichen Nachschlag versagte, um mir meine Gier mal genauer anzusehen, zog ich an jenen Tagen natürlich den Kürzeren; und hatte so die wunderbare Gelegenheit besagte Gier in Reinform betrachten zu können. Herrlich, wenn das Wasser im Mund nach der ersten Breze wieder zusammenläuft und jede Faser deines Körpers nach der Zweiten verlangt und das Gehirn sich tausend Ausreden einfallen lässt, warum heute mal die Regel gebrochen wird – hab ich aber nie gemacht, Ehrenwort. Manche von Euch haben vielleicht auch gerade eine dieser Regeln aufgestellt, denn traditionell macht man sowas ja in der Fastenzeit. Ich finde das richtig gut, mal zu sehen, wie man schon bei ganz banalen Dingen, wie Verzicht, “normalerweise” so tickt. Nicht auszumalen, wie esc vielleicht ist oder sein wird, wenns so richtig um die Wurst geht. Schrecklich!

Nun noch ein kurzes Wort zur besagten Marmeladenanfrage meiner lieben Monika (und den anderen Kursteilnehmern, die schon drauf warten): “Monika, ich bin dran!” Das Zauberwerk stammt wohl doch nicht von meiner Mutter, sondern aus dem Altersheim, wo sie ehrenamtlich arbeitet. Dort haben die Kochlehrlinge diese Marmelade erfunden, und sie werden das Rezept hoffendlich bald rausrücken. Für alle, die jetzt neugierig geworden sind, es handelt sich um eine äußerst leckere Campari-Orangen-Marmelade, die wir beim letzten Kochkurs mehr oder weniger geschickt  in die Rohrnudeln gepackt haben. Und ich werde das Rezept hier in den Blog stellen, dann haben alle was davon. Also, wie gesagt, ich bin dran, meine Lieben. Jetzt verabschiede ich mich wieder ein bisschen ins Schweigen und melde mich ab Mittwoch nach dem Gartensalon wieder. Grußkuss, Eure Herzensköchin vom Dienst


1 Comment

  1. … also ich finde das Essen in Engl sehr gut und gesund sowieso. Aber Geschmäcker sind ja verschieden und ich bin sicher mehr gourmand als gourmet ;-)

 

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