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Die Herzensköchin . . . zurück im Salöng

So, nun hat mich die “normale” Welt wieder. Die Drehzeit ist längst Geschichte; heute Morgen stand ich wieder um halb sieben auf der Matte, um mit Lilo – einer der Salonköchinnen – gemeinsam zu rühren, hacken, braten, brutzeln. Ich rührte cremige Frischkäsehauben für unsere Karotten-Ananas-Kokos-Kuchen an, zauberte frische Brotsaufstriche für die Theke, trank nebenher English Breakfast mit Milch und Honig, der allerdings langsam in der Tasse kalt wurde, weil so viel zu tun war, und hörte mir an, wie die Welt sich auch ohne mich im Salöng, pardon im Gartensalon, weitergedreht hat, während ich zehn Mal hintereinander die gleiche französische Landstraße entlang getrottet bin, immer gegen den Wind – oder den Wind im Rücken, wenn es die Kameraeinstellung erforderte -, um das beste Bild von mir einzufangen. Ich schlürfte Austern in Saint Foy de la Grande vor der Kamera, während meine Kolleginnen Rühreier im Akkord brieten, ich latschte angetan mit Rucksack und Uraltklamotten zig Mal den Bahnsteig des Bahnhofs in Bordeaux entlang (um meine vielen Reisen als junge Frau zu simulieren), während Lilo Eintöpfe und Suzi ihren ersten Polentaauflauf kochte. Übrigens, wisst Ihr eigentlich, dass man sich im Film ächt (Hi ÄD!) einen Wolf latscht??? Man latscht von A nach B wie ein Volltrottel, um “Bewegung in den Film zu bekommen” (O-Ton von ihrend so nem Filmheini). Mal entlang einer Straße, dann wieder in der eigenen Wohnung, wie der sprichwörtliche Tiger im Käfig – immer die Kamera dicht am Nacken. Man erlatscht sich quasi den gesamten Film: am Strand entlang, durch Regenpfützen (Großaufnahme auf die durchweichten Füße), auf dem Einheimischenmarkt. durch ellenlange Gebäude diverser wichtiger Gebäude, wie die ehemalige Schule, übers Klostergelände, usw usw . . . latsch, latsch, latsch. Oder man sitzt wahlweise: zum Interview vor schönen oder nicht so schönem Ambiente, je nach Stimmung der Regisseurin, sinnierend am Küchentisch, in die Luft starrend auf einer Wiese, oder der ächte (Hi Äd) Härtetest: inmitten von hundert Menschen in einer dunklen Mediationhalle mit Lichtspot aufs eigene unvorteilhaft unausgeschlafene Gesicht.

Da war die Abwechslung heute richtig super; was hab ich meine Mädels vermisst, auch wenn Amy noch in Afrika weilt, denn sie vermisse ich am allermeisten. Aber viele der anderen waren da, um mich zu begrüßen und mich wieder in ihre Reihen aufzunehmen, als wäre nichts gewesen. Das ist Gastronomie, da wird nicht lange gefackelt, ein kurzes “Wie wars?!” und dann wird losgelegt. Und so latschte ich eigentlich auch heute, nämlich zigmal den Weg von der Küche hinunter ins Warenlager, um Zeugs hochzuschaffen, das verkocht, verarbeitet, zu Brei gestampft (kleiner Scherz), zerschnitten, geschält und verwurstet (noch einer) werden musste. Back to the roots . . . Ich hab jede Minute und jeden Schritt genossen!


 

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