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Die Schläger und das kranke Herz

Gestern war eine liebe Freundin bei mir zuhause zu Besuch – mit ihrem neugeborenen Sohn, etwas mehr als vier Wochen alt. Ich war Mitte Januar, zwei Tage nach der Geburt des Kleinen, bei den beiden in der Klinik gewesen. Ein zauberhafter Moment damals, leider etwas getrübt von dem schlimmen Erlebins ihres Mannes, der in der Nacht vor der Geburt seines Sohnes in der U-Bahn Station von ein paar Typen grundlos zusammengeschlagen worden war. Und so nahm der Vater etwas lädiert aber trotzdem voller Stolz seinen Sohn in die Arme. Da die Nase gebrochen war riet man ihm eine Weile später zu einem Routineeingriff, damit die Knochen wohl nicht wieder falsch zusammen wachsen würden.

Am Tag der Nasen-OP hatte dann im OP-Saal zufällig ein Herzspezialist Dienst; er überwachte das EKG während der OP. Eigentlich nicht sein Job, aber warum auch immer – vermutlich wegen Personalmangels -, er saß an diesem Gerät. Da fiel ihm plötzlich auf, dass ein winziger Ausschlag der Linie, die den Herzschlag anzeigte immer wieder von der Norm abwich. Eigentlich nicht gleich ein Grund zur Sorge, doch der Arzt war trotzdem alamiert. Als der junge Mann aus der Narkose aufwachte, riet ihm der Spezialist zu einigen Herzuntersuchungen. Das Fazit: Der frisch gebackene Papa litt an einer vernarbten Herzklappe infolge einer nicht erkannten Infektion, die schon einige Zeit zurück liegen musste, denn das Herz hatte sich bereits vergrößert, um diesem Defekt entgegenzuwirken. Wäre dies nicht erkannt worden, hätte er keine zwei Jahre mehr zu leben gehabt.

Vorgestern ist er am Herzen operiert worden, alles ist gut gegangen. Die Angehörigen möchten den Schlägern aus der U-Bahn nun gerne eine Dankeskarte schicken, doch die sind damals natürlich feige abgehauen ohne ihre Adresse zu hinterlassen. Aber hätten diese jungen Kerle den Mann meiner Freundin nicht zusammen geschlagen, dann hätte er seine Nase nicht operieren lassen müssen . . . und der kleine Junge hätte vielleicht vorzeitig seinen Papa verloren. Nicht auszudenken.

This is how life goes . . . it’s a miracle! Und Schutzengel hauen einem anscheinend auch zuweilen feste auf die Nase oder sitzen wegen Personalmangels plötzlich da wo sie nicht hingehören! ;)


1 Comment

  1. Liebe Susanne Seethaler,

    herzlichen Dank fürs Teilen dieses berührenden Erlebnisses! Ich hoffe, sowohl der jungen Familie als auch Ihnen geht es prima!

    Herzliche Grüße

    Petra

 

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