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Sie packt . . . und wird nostalgisch. KINDERGLÜCK!

Hui, Leute, der Tag meiner Abreise nach Nepal rückt näher. Mein Gästezimmer gleicht einem Schlachtfeld. Dort habe ich schon vor Tagen meine große Reisetasche deponiert, umgeben von all den Dingen, die ich mitnehmen will. Allen voran die vielen Geschenke für die Kinder im Waisenhaus. Blonde, braune, schwarze und sogar weiße Bärte für die Jungs. Man kann sie ins Gesicht kleben. Dazu Wasserpistolen und kleine Styroporflieger zum zusammenbauen, letztere von meiner Schwester. Wir beide haben diese Dinger als Kinder geliebt. Man kann sie heute noch im Schreibwarenladen kaufen und schwupps zusammenstecken. Wir ließen unsere Flieger immer auf der Almwiese unterhalb der Hütte in den Bergen, wo wir oft die Ferien verbracht haben, fliegen. Unsere Eltern saßen mit ihren Freunden entspannt vor der Hütte, schürten das Feuer fürs abendliche Grillen, tranken kühles Radler und schauten uns zu. Genau wie die Kühe, die mit bimmelnden Glocken und in sicherem Anstand aus großen Augen zu uns herüber glotzten. Eine wunderbare Kindheitserinnerung – und was für ein Spaß, wenn eine von uns beim Nachjagen ihres Fliegers nicht Acht gab und in einen Kuhfladen stolperte. Der Geruch des Sommers vermischte sich mit dem Harzduft des nahen Waldes und mit dem würzigen Rauch vom Grill auf der Terrasse. Mücken surrten um uns herum uns zerstachen uns die nackten Beine. Das Lachen der Eltern vermischte sich mit dem Gezwitscher der Vögel in den Wipfeln der Tannen. Hoch oben am blauen Fimament zogen Flugzeuge ihre weißen Bahnen. KINDERGLÜCK!

Heute habe ich im Gartensalon erfahren, dass es in Kathmandu Unmengen von Straßenkindern gibt. Sie leben alleine oder in Banden, ihre Gesichter sind vorzeitig gealtert und dreckig. Sie schnüffeln Kleber aus Tüten, um zu vergessen. Manche von ihnen sind erst vier Jahre alt. Sie schlafen auf den Bürgersteigen, in Hauseingängen, unter Brücken. Sie drücken sich die Nasen an den Scheiben der Bäckereien platt und halten ihre verdreckten Hände den Touristen entgegen. Ihre Augen haben längst den unschuldigen Glanz der Kindheit verloren. Mein kleiner Suresh ist eines dieser Kinder gewesen. Nun lebt er im Waisenhaus, beschützt und liebevoll umsorgt. Ich stelle mir jetzt schon vor, wie er sich einen der Flieger schnappen wird, ihn zusammenbaut und vor der Kulisse des Himalaya jauchzend starten lässt. KINDERGLÜCK!

P.s.: An die Mädchen habe ich natürlich auch gedacht! Glitzernagellack, Buntstifte, Klipps und Bänder fürs Haar, Bilderbücher und Wachsmalkreiden.


 

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